Für das Munich Center for Internet Research (MCIR) haben wir am 16. Februar die Veranstaltung „Arbeiten in der Wolke – arbeits- und sozialrechtliche Implikationen der Plattformökonomie“ aus München übertragen. Über Twitter und über unseren moderierten Chat konnten die Nutzer nicht nur zuschauen, sondern auch mitdiskutieren.

Plattfomen wie Uber, die Vermittlungsplattform AirBnB und Streaming-Dienste wie Netflix und Spotify verändern ganze Branchen. Plattformen dringen dabei zunehmend in betriebliche Arbeits- und Wertschöpfungsprozesse vor und werden zu einem zentralen Moment, um Arbeit gänzlich neu zu organisieren.

Ein Teil dieser Entwicklung sind Crowdworking- bzw. Freelancerplattformen wie Upwork, Clickworker oder Amazon Mechanical Turk. Dort können sich Freiberufler registrieren, Auftraggeber können Aufträge ausschreiben und über die Plattformen vergeben. Arbeit wird in der Regel erst vergütet, nachdem sie vollständig abgeleistet wurde. Digitale Arbeitsplattformen bieten Unternehmen somit die Möglichkeit, Arbeitsleistungen flexibel, „on demand“ über die Cloud zu beziehen und ihre Wertschöpfungsprozesse zu integrieren, ohne ein klassisches Beschäftigungsverhältnis einzugehen.

Um diesem Phänomen näher zu kommen hatte das MCIR ein fachkundiges Panel zusammengestellt.

Keynote-Speakers Martin Risak

Die Keynote hielt Prof. Martin  Risak. Er lehrt und forscht seit 2007 am Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Universität Wien mit den Schwerpunkten Neue Arbeitsformen und Digitalisierung der Arbeit sowie der Flexibilisierung des Arbeits- und Sozialrechts. Als National Expert für Österreich ist er Mitglied des die Europäische Kommission beratenden „European centre of expertise in the field of labour law, employment and labour market policies (ECE)“.

In der Podiumsdiskussion kamen Vanessa Barth, Bereichsleiterin FB Zielgruppen und Gleichstellung beim IG Metall Vorstand, Victoria Ringleb, Geschäftsführerin der Allianz deutscher Designer (AGD) e. V. und  Markus Steinhauser, Head of Operations bei der Testbirds GmbH dazu. Moderiert wurde die Runde von Prof. Dr. Andreas Boes vom ISF München e.V.

Es wurde deutlich: Die Organisation von Arbeit über digitale Plattformen birgt disruptives Potenzial. Aber auch die Vorteile dieser Art der Auftragsvergabe wurden in der Diskussion thematisiert.